Wie gefährlich sind E-Mails?

E-Mails sind relativ ungefährlich, aber E-Mail-Anhänge können brandgefährlich sein

Im Regelfall werden E-Mails schon von deinem Hoster auf Viren überprüft und auch der lokal installierte Virenscanner sollte in der Lage sein, eine infizierte E-Mail zu erkennen. Gute Schutzprogramme erkennen sogar Viren in Dateianhängen.

Wie kann man sich schützen. Einen absoluten Schutz gibt es nicht. Es ist ein bisschen mit dem Schwammerlsuchen zu vergleichen. Da ist es von großem Vorteil, wenn man die Giftpilze eindeutig identifizieren kann. 

Viren im E-Mail-Inhalt sind sehr selten und werden in der Regel vom Schutzprogramm erkannt und entfernt. Die Viren sind dabei nicht im Text enthalten, sondern in Bildern. Wer auf absolut sicher gehen möchte, schaltet auf Text-E-Mails um. Jede E-Mail wird als Textvariante und HTML-Variante versandt. Während bei der Textvariante nur blanker Text angezeigt wird und kein Virus durchschlüpfen kann, werden in der HTML-Variante auch Bilder angezeigt. Da nützt es auch nichts, wenn das Nachladen von Bildern aktiviert ist, denn wer einen Virus mitschicken will, sendet ihn "inline", der kommt also gleich mit und wird bereits in der Vorschau aktiviert. Aber so einfach ist das nicht. Ein versteckter Virus in einem PNG muss erst mal daraus befreit werden und die Bildanzeige macht das nicht.

Brandgefährlich sind jedoch Dateianhänge. Hier ist ein scharfer Instinkt und große Vorsicht angesagt. Wenn eine E-Mail von einer unbekannten Person mit Anhang kommt, dann müssen die Alarmglocken schrillen. Vor allem wenn der Dateianhang im ZIP-Format ist und der Absender unbekannt, ist mit Sicherheit von einem Virus auszugehen. Niemand versendet Rechnungen im ZIP-Format, auch Logistikinfos bekommt man nicht als ZIP.

Da gibt's nur eine Devise: Sofort ab damit in den Müll.

Absender tarnen sich oft. Sie senden mit bekannten E-Mail-Absendern oder täuschen durch fast existente E-Mail-Adressen. Also die Adresse genau anschauen!

E-Mail-Adressen bestehen aus vier Teilen.

Der Postfachname: "kundenservice"
Das Add: @
Die Domäne (Domain): amazonas-sendung
Der Punkt: .
Die Top-Level-Domäne (TLD): de 

Zusammen also kundenservice@amazonas-sendung.de

Dass "amazonas-sendung" vermutlich wenig mit dem großen Online-Versandhandel zu tun hat, ist sofort erkennbar.
Oft entlarvt auch gebrochenes Deutsch im Betreff den Absender.

Viele Schademails kommen mit der TLD "by" und das ist nicht Bayern sondern Weißrussland. Gerade dort gibt es viele fleißige Schadsoftwareentwickler.
Also Vorsicht bei pseudobayrischen E-Mails. Leider haben einige bayerische Institutionen by-TLDs reserviert, das war keine gute Idee.

Wer online mit Lederhose auftreten möchte, dem sei die TLD bayern empfohlen.